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Robuster Bodenfeuchtesensor für den Ausseneinsatz

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Robuster Bodenfeuchtesensor für den Ausseneinsatz
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Ein Bodenfeuchtesensor wird normalerweise für die Steuerung der Bakonblumen-Bewässerung als auch für die Garten-Bewässerung eingesetzt.
Das Thema ist von der Sensorik recht anspruchsvoll, weil eine einfache ohmsche Widerstandsmessung mit Gleichstrom ungewollte elektrolytische Nebeneffekte erzeugt, die schnell zu einer Korrosion bis zur Auflösung der Messelektroden führt. Deshalb ist dieses Messverfahren mehr oder weniger ungeeignet!
Deutlich besser ist dagegen eine Messung mit Wechselspannung. Dabei wird der Scheinwiderstand als Maß für die Bodenfeuchte verwendet. Der Aufwand ist zwar größer, aber für die meisten Anwendungsfälle im privaten Umfeld ist dieses Messverfahren die erste Wahl.
Am genauesten sind aufwendige professionelle Messverfahren u.a. mit kleinen Hochfrequenzsendern, deren gedämpfte Ausstrahlung im Erdreich gemessen wird. Für den Hobbyanwender sicher zu aufwendig und zu teuer.
Für mich ist das Wechselstromverfahren in Verbindung mit einem umgebauten HM-Temperatursensor der Favorit, weil mit dem unten beschriebenen Messprinzip keine zusätzliche Stromversorgung (außer den im Temperatursensor vohandenen Batterien) notwendig ist.
Den Eigenbau eines ersten Bodenfeuchtesensors als Modifikation des „normalen“ HM-Temperatursensors wurde bereits hier erläutert: http://homematic-forum.de/forum/viewtopic.php?f=31&t=15240&p=132390&hilit=Bodenfeuchte#p120763
Die praktischen Ergebnisse in den letzten 3 Monaten mit diesem Verfahren haben gezeigt, daß selbst eine modifizierte Gleichstrommessung gut funktioniert, wenn nur sehr kurzzeitig mit kleinem Tastverhältnis gearbeitet wird. Aufgrund der Bauart des HM-Temperatursensors wird nur alle 3 bis 4 Minuten für etwa 15ms der Sensorwiderstand gemessen. Dieses Tastverhältnis führt dementsprechend nur zu einer sehr geringen Korrosion. Das folgende Bild zeigt die als Elektroden verwendeten Edelstahl-Fahrradspeichen nach über 3 Monaten.
Folie1

Durch die starke Bildvergrösserung scheint die Korrosion stärker zu sein, als sie in Wirklichkeit ist. Damit könnte man einen Bodenfeuchtesensor aufbauen, der sicher einige Jahre hält.

Trotzdem wollte ich unbedingt den Gleichanteil in der Strommessung weghaben. Deshalb habe ich eine modifizierte neue Schaltung mit einem Trennelko aufgebaut.

Folie2

Durtch geeignete Auslegung der Zeitkonstanten der zusätzlichen 100kOhm-Widerstandes und des NV-Elkos kann eine Messung erfolgen, ohne dass ein Gleichstrom fließt. Dementsprechend erwarte ich auf diese Art und Weise keinerlei Restkorrosion mehr. Während des sehr kurzen 15ms-Messintervalls wirkt der Kondesator wie ein direkter Durchgang und behindert die Widerstandsmessung bzw. die Leitfähigkeitsmessung kaum. Dabei wird der Kondensator geringfügig aufgeladen. Während der dann folgenden langen Pause von etwa 4min bis zum nächsten Zyklus entlädt sich der Kondensator und macht mögliche elektrolytische Wirkungen wieder rückgängig. Dass diese Theorie auch funktioniert, habe ich durch mehrere Versuche erprobt.

Der praktische Aufbau ist simpel, weil nur der kleine Elko und der 100kOhm-Widerstand im Sensorgehäuse untergebracht werden müssen. Die Bilder erklären das sicher. Wichtig ist vorher mit einem Ohmmeter bei der zweipoligen Sensorleitung die Masse herauszumessen.
Man kann auch den Widerstand und den Elko direkt im Bodenfeuchtefühler integrieren, das ist letztlich „Geschmackssache“.

Nun zum Bau des möglichst robusten Bodensensors. Denn er soll ja mechanisch stabil sein und auch möglichst wasserdicht oder zumindest wasserfest. Als Elektroden kommen wieder meine beliebten Edelstahl-Fahrradspeichen zum Einsatz. Ich verwende 2mm-Durchmesser. Als Griff und Halter werden zwei Korken verwendet ( möglichst Kunststoffkorken!). Im Abstand der Elektroden und der verwendeten Lüsterklemme sind entsprechende Bohrungen im Korken einzubringen. Die nachfolgenden Bilder verdeutlichen die Konstruktion

Folie3

Danach mit Schrumpfschlauch oder einem Rohr den Griff abdichten und fertig ist ein stabiler und hoffentlich wasserfester Bodenfeuchtesensor.
Wer will kann mit dem verfügbaren Differenztemperaturfühler einen 2-fach-Bodenfeuchtesensor aufbauen: einen Fühler ins Beet, einen Fühler in den Balkonkasten.
Dann kann der Sommer kommen 🙂

 

Ergänzung 20.06.2015
Verwendung des Differenz-Temperatursensors HM-WDS30-OT2_SM

Da ich mehrere Bodenfeuchtesensoren einsetzen wollte, kam der relativ neue und preiswerte Differenz-Temperatursensor gerade richtig. Dieser enthält zwei Temperaturfühler, die im Prinzip genauso verschaltet sind wie beim alten einkanaligen Sensor.

Nachdem der Anschluß des Bodenfühlers nach dem obigen Rezept erfolgt war, funktionierte der Sensor dann nicht mehr, wenn die Elektroden Kurschluss hatten oder der Boden eine hohe Leitfähigkeit (viel zu feucht) hat. In diesem Fall wird der Kanal einfach nicht mehr abgetastet und ist quasi abgeschaltet. Die Ursache ist offensichtlich eine Softwareänderung beim Differenz-Temperatursensor gegenüber dem einkanaligen Sensor, mit der die Temperatursignale auf Plausbilität geprüft werden. Im „Fehlerfall“ geht die Temperatur dann auf 150°C und ist „eingefroren“.

Die Lösung ist relativ einfach, indem man den Kurzschluss der Elektroden elektrisch ausschließt. Mit einem Widerstand von 820Ohm in Reihe mit dem Elektrolytkondensator ist alles wieder gut !!

Hier ein Bild von der Modifikation des Differenz-Temperatursensors:

differenz_tempsensor

Man kann damit zwar auch zwei Bodenfeuchtesensoren herstellen, hier wurde aber der zweite Kanal für die wirkliche Temperaturmessung im Blumentopf neben dem Erdfeuchtesensor verwendet. So eröffnen sich dann Möglichkeiten, die stark temperaturabhängige Leitfähigkeit des Bodens ggf. herauszurechnen, um ein genaueres Signal zu erhalten.

Es gibt also noch Verbesserungsmöglichkeiten 😉

Haftungs- und Sicherheitshinweise

Beim Nachbau müssen natürlich alle wichtigen einschlägigen Sicherheitsvorschriften für den Umgang mit gefährlichen Spannungen  eingehalten werden. Fundierte theoretische und praktische Fachkenntnisse der Elektrotechnik und für den Umgang mit gefährlichen Spannungen sind unverzichtbar!!

Durch eine unsachgemäße Installation gefährden Sie ihr Leben und das Leben ihrer Mitmenschen! Darüberhinaus riskieren Sie erhebliche Sachschäden , welche durch Brand etc. hervorgerufen werden können ! Für alle Personen- und Sachschäden durch falsche Installation etc. ist nicht der Hersteller sondern nur der Betreiber verantwortlich.

Ich verweise hier unbedingt auf  die  „Sicherheitshinweise und Haftungsausschluss„-Seite dieses Blogs.

Fähigkeiten

Gepostet am

19. März 2014

13 Kommentare

  1. Hallo Eugen,
    verstehe, Danke.
    Allerdings ist es schon eigenartig, wenn die Messwerte innerhalb von ein paar Stunden um 20 Punkte fallen.
    Und dass, wenn der Fühler im Wasser ist.

    Bei Messung der Bodenfeuchte geht es sogar noch schneller.
    Hier sinkt der Messwert innerhalb von 2 Stunden nach dem Gießen wieder auf den Ausgangswert.

    Wie soll ich da die Bodenfeuchte auswerten?

    Ich werde noch einen anderen Fühler umbauen.
    Vielleicht hat der eine ja was.

    lg, Gerhard

  2. … nein, das ist völlig unerheblich!
    Allerdings darf man bezüglich der Messkonstanz keine allzu großen Erwartungen haben, weil die Leitfähigkeit u.a. auch von der Temperatur abhängt. Die Leitfähigkeit von Blumenerde ist eine sehr komplexe Sache (mal googeln!).
    Das Gerät funktioniert gut, wenn man sehr grobe Schaltbereiche definiert.

  3. Hallo,
    ich habe mir gerade den HM-WDS30-OT2_SM so wie in Deiner Beschreibung umgebaut.
    Allerdings bleiben die Messwerte nicht stabil.

    Am Anfang habe ich den Fühler ins Wasser gestellt und innerhalb von 9Std. sank der Messwert von 48 auf 42.
    Seit einigen Tagen habe ich den Fühler im Topf.
    Der Messwert hat sich bei ca. -11 eingebendelt. Wenn ich gieße, dann steigt der Wert rasch auf ca. +10 um dann sehr rasch wieder auf -11 zu fallen.

    Das kann doch nicht stimmen. Oder?

    Ich habe den Fühler so gebaut, dass ich den Temperaturfüher abgezwickt habe und die Bauteile beim Fühler habe.
    Die Ferritkerne habe ich drinnen gelassen.

    Könnte das der Fehler sein?
    Oder ist es besser die Widerstände und den Elko in die Nähe der Platine zu bringen?

    Danke für jeden Tipp!
    lg, Gerhard

  4. Ja, die Größe ist ziemlich unkritisch!

  5. In der ersten Version hast du einen 220 µF-Elko verbaut, in der zweiten Version einen 100 µF-Elko. Stimmt das so?

  6. Hallo,

    wie muss ich das Script ändern wenn die sysvar Bodensensor heisst?
    Ich möchte einen vor dem Haus und einen hinter dem Haus einsetzen.

  7. Bitte den vorigen Kommentar ignorieren. Ich hatte mich mit meiner dreidimensionalen Elko- und Widerstand-Skulptur selbst verwirrt und die Elektroden fast, aber nicht ganz an den richtigen Stellen angeschlossen.
    Jetzt funktioniert’s – Sensor 1 zeigt 12 Grad bei etwas trockener Erde, 18 Grad bei frisch gegossener! Vielen Dank für die tolle Anleitung!

  8. Hallo, ich habe das Gerät nachgebaut, aber auf Kanal 1 kommt immer nur konstant -28,2 Grad Celsius.
    In den Fotos sind andere Bauteile zu sehen als im Text – ich habe 800 Ohm, 100 k Ohm und 220 uF genommen, wie im Text / Schaltplan angegeben. Muss man stattdessen 100 uF wie auf dem Foto nehmen und evtl. auch andere Widerstände? Oder woran könnte mein Problem sonst liegen?

  9. Hallo Leute,

    Habe im Internet folgenden Sensor gefunden:
    https://www.mikrocontroller.net/topic/335407#new

    Einen Test dazu gibt es hier:
    https://wwwvs.cs.hs-rm.de/vs-wiki/index.php/Internet_der_Dinge_WS2015/SmartPlant#Messmethode_2:_Kapazitiv

    Gekauft hab ich Ihn hier:
    https://www.it-wns.de/themes/kategorie/detail.php?artikelid=1132&source=2

    Habe mir ein paar Bausätze bestellt.
    Qualität und Preis: Sehr gut
    Lieferung: Prompt
    Und siehe da: Funktionieren einwandfrei

  10. Vielen Dank für die tolle Anleitung! Heute problemlos nachgebaut.

  11. Hi,
    ich habe meine Beregnung komplett fertig gestellt und würde jetzt gerne über die Bodenfeuchte automatisieren. Dein Umbau wäre genau meine Lösung, allerdings wäre das auch mein erstes Umbauprojekt. Ich habe gerade versucht die elektronischen Bauteile zu bestellen, verzweifel aber an den verschiedenen Varianten.
    Was braucht der Kondensator für eine Nennspannung. Bei den Widerständen gibt es auch X verschiedene Varianten. Kannst Du vielleicht eine kleine Einkaufsliste für Einsteiger posten? Evtl. wäre das auch für Deine anderen Projekte klasse.

  12. … ist die ganze Zeit draußen gewesen und funktioniert bestens!

  13. Wie sind die Erfahrungswerte nach einem Jahr, funktioniert der Sensor noch wie er soll?

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